Andrea

Züchterin, Sozialarbeiterin, Betreuerin psychischer kranker und alter Menschen aus Dresden
2 Töchter und 2 Hündinnen und 1 Katze

Ich denke, die Mehrzahl der in der DDR Geborenen haben nach 1989 neu anfangen müssen. …. Auch ich habe Chancen ergriffen, neue Wege zu gehen: Sozialarbeiterin, Begegnungsstättenleiterin, Stadträtin, selbstständige Dozentin. Auf dem Höhepunkt meiner beruflichen Tätigkeiten stieg ich aus. Ausgebrannt, Ruhe suchend. Ich hatte nach jahrelangem Kampf gegen die Alkoholsucht meines Mannes verloren. Mit einem neuen Partner gab ich alles in Dresden auf. Ich zog nach Mecklenburg, auf einen kleinen Bauernhof. Viele Nutztiere lernte ich zu versorgen. Mein Glück schien perfekt.  Aber es dauerte viel zu kurz. Auch hier war der Alkohol stärker als der Wille, zu kämpfen, endlich den Sinn des Lebens nicht nur zu finden, sondern auch fest halten zu wollen. Ich zog wieder mit nach Dresden und ebenso unser neues, 9 Monate altes Familienmitglied: BIANCA.

Ich hatte zuvor nur eine Katze, nie einen Hund. Und nun stand ich im Novemberwetter in dieser Stadt, ohne Wohnung, krank in der Seele und mußte mich entscheiden, die Herausforderung annehmen oder nicht. Eine Schweizer Weiße Schäferhündin erziehen? Bisher wurde mir gesagt, dass sie auf einem Bauernhof ihr Welpenleben genießen sollte. Aber nun in der Großstadt. Keinerlei Leinenführigkeit. Kein Gehorsam.

Wir fuhren zu einer Hundeschule. Jeden Mittwoch und Samstag lernte ich nun, meiner Hündin Kommandos zu geben. Ich lernte vom Grund auf, was es heißt, verantwortungsvoll mit diesem Wuschel umzugehen. Wir wurden zum Dreamteam. Sie half mir, wieder  auf die Beine zu kommen, ein völlig neues Leben aufzubauen. Ich lernte was es heißt, bei Sonnenaufgang an den Elbwiesen zu laufen. Ich lernte ihr, dass andere Hunde zum sozialen Umfeld gehören. Dass es Spaß machen kann, mit ihnen zu Toben.

(Artikel erschienen im DWS, Mitgliedermagazin des BVWS e.V.)

Ich bin eine etwas andere Therapiehündin…,

heiße Bianca von der Maynbachbrücke, werde im April 6 Jahre alt und lebe mit meiner Tochter Ayla vom Sächsischen Elbland in Dresden bei meiner Besitzerin Andrea. Als Weißer Schäferhund scheint man ja sowieso zu keiner normalen Familie zu gehören: Schon als Welpe wurde ich von kreischenden Touristen aus dem fernen Osten mit „Oh Knut, oh Knut“ fotografiert (da lebte der ja noch).

Bei uns zu Hause wohnen wir „Betreutes Wohnen in Familie“ (so etwas wie eine Pflegefamilie). Das heißt, dass meine Chefin sich um zwei junge Männer kümmert, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat. Sie sind psychisch krank. Am Liebsten liege ich bei Axel auf dem Bett, und wenn er von der Arbeit kommt, schaut der mich immer so komisch (mit Tränen in den Augen?) an, als komme er das erste Mal zur Tür herein. Dabei freuen wir uns doch so…. Und bei Heiko vollführen wir unseren täglichen Willkommenstanz. Der küsst uns, bevor er abends schlafen geht! Obwohl er ganz schlecht sehen kann, findet er uns immer und kniet auf dem Fußboden und flüstert zärtliche Worte in meine Ohren und die meiner Tochter. Die Chefin nennt es Ritual und verleiert dann immer so die Augen! Als ob wir was dafür könnten, dass der Krimi immer dann aufgelöst wird, wenn wir vor Freude mit den Schwänzen wedeln und sie nix sieht.

Am Schönsten aber ist es, tagsüber durch die Stadt gefahren zu werden. Die Chefin ist nämlich auch Alltagsbegleiterin. So gehen wir spazieren und fahren die Leute zu Ärzten. Komisch nur, dass die große Chefin der Firma uns andauernd lobt und eine von uns sogar zum Treffen der Familien mit auf die Bowlingbahn darf. Das Bild war sogar in der regionalen Presse.

Ein Herr wollte unbedingt mit uns spazieren gehen… aber ihm war es krankheitsbedingt schon ein paar Jahre schwergefallen, sich zu duschen. Meine Chefin wusste das nicht (wir waren vorerst nur in Vertretung dort) und handelte mit ihm aus, dass sie die Wohnung reinigt und er gehe derweil duschen. Wochen später  erfuhren wir, dass dies durch andere Pflegekräfte misslungen war. Nur weil der nette ältere Herr mit mir laufen wollte? Jedenfalls halten wir das jetzt wöchentlich so. Er ist scheu und redet mit keinem fremden Menschen, eigentlich…. Wenn wir unterwegs sind, streichelt er mich und sagt zu den anderen Hundebesitzern, die wir treffen: “ Das ist Bianca, ist sie nicht ein schöner Hund?“ und so weiter. Oder eine noch nicht so alte Dame hat Angst aus dem Haus zu gehen. Aber sie ist krank und muss zur Dialyse. Weil wir im Auto sitzen kommt sie mit. Ist das nicht verrückt? Ich gebe ihr einen zarten Kuss, wenn sie einsteigt und sie zeigt dann nach vorne und sagt:“ Jetzt können sie losfahren“. Und der Rollstuhlfahrer, der nie aus seiner Wohnung kommt und keine Gesellschaft hat: Die Wohnung ist so klein, aber wir Weißen finden immer ein Plätzchen. Nach kurzer Hilfe im Haushalt spielen die beiden Menschen Scrabble! Und dann leuchten die Augen des Mannes immer, als ob er es schon mal so hatte. Ein Hund zu seinen Füßen und die Tochter unterhält sich mit ihm und schummelt, dass er gewinnt.

Wenn wir dann mittags zu Hause sind, sind wir echt fertig und müssen erst mal schlafen, bis die beiden Männer von Arbeit kommen. Dann fängt die 2.Schicht an, sagt Andrea. Ich weiß zwar nicht, wie sie das meint, weil wir zwei Wauzis freuen uns auf den langen Nachmittags-spaziergang. Die Zweifüßler sollen ja fit bleiben und nebenbei ein paar Kilos verlieren. Manchmal sind dann sogar noch andere Hundemenschen dabei oder die Töchter. Denn statt ins Fitnessstudio zu gehen, denkt sich unsere Chefin immer neue Routen für uns aus….

Wir haben zwar nicht diesen sogenannten „Therapieschein“. Aber ist es nicht Therapie, Menschen aus der Einsamkeit zu holen? Oder mit ihnen zu kochen? Oder was wir mit den anderen 7 zu Betreuenden erleben…aber das sind schon andere Geschichten.

Andrea streichelt uns zärtlich liebevoll übers Fell und meint, sie habe den besten Job der Welt.

Der Anblick dieses edlen, weißen Tieres mit den freundlichen Augen und dem edlen geformten Kopf berührt Menschen, wohin wir gehen. Weiße Schäferhunde umgeben eine Aura von Unschuld. Sie wirken freundlich und offen. Es scheint, als ob sie Unsicherheit, Stress, Unruhe vermindern können. Bianca und später Ayla, versprühen Ehrfurcht und Liebe. Dieses Faszinierende löste in mir den Wunsch aus, diese Eigenschaften weiterzugeben. Und glückliche Hundemenschen zu wissen die erleben, welche unbegrenzte und absolute Loyalität zu ihren Menschen in ihnen steckt. Deshalb beschloß ich Züchterin zu werden…

Etwas ganz allgemeines zum Thema Zucht kann man unter “Tiere vom Züchter- mit oder ohne Stammbaum?” nachlesen.

VDH_Guetesiegel

Weiterbildungen

Hobbys



Ölmalerei (Eine kleine Auswahl) , Glasmalerei, Wandbeschriftung, Wandbemalung, Fotografie, themenbezogene Gartengestaltung

Bisherige Projekte

  • „Rote Schöpfe“ – Fotoausstellung 1999, Haus der Begegnung, Dresden
  • „Mythen und Legenden“ – Irische Impressionen, Fotoausstellung 2004, Seniorenzentrum „Amadeus
  • Ölmalerei – Ausstellung 2008, Begegnungsstätte „fidelio“, Dresden
  • Glasmalerei – Schaufenstergestaltung 2008 und 2009, Begegnungsstätte „fidelio“, Dresden
  • Wandbemalung – privater Auftrag, 2008, Dresden
  • Ölmalereien im Privatbesitz, Chishinau (Moldawien)/ Jesolo Venedig (Italien), 2002/Remseck a.N., 2009
  • Ölmalereien, 2009, im Empfangsbereich und Seminarraum der existenzgründerhilfe dresden
  • Teilnahme an der Ausstellung „KUNST – WAHN – SINN – wie Kunst mich wieder leben lehrte“ vom 22.09. bis 07.10.2013 im ehrwürdigem Schloß Übigau Dresden
  • Teilnahme „Offene Ateliers“, Juni 2014