Etwas zur Rasse

Der FCI-Rassestandart geht nur kurz auf die vielseitigen und liebenswerten Charaktereigenschaften des Weißen Schäferhundes ein und läßt dabei viel Platz für Definitionsinterpretationen. Die Schönheit dieser Rasse darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie ursprünglich als Arbeitstiere gezüchtet wurden. Wird der Weiße also nur wegen seines Äußeren oder als Prestigeobjekt angeschafft, kann ein schwieriger Weg vor dem Besitzer liegen.

Beschäftigung und Bindung an sein Rudel/seinen Menschen sind die wichtigsten Dinge, die ein Weißer Schäferhund begehrt. Bis zu 6 Jahren kann es sein, dass der Weiße immer noch mit seinem Spielzeug im Maul fordernd mit seinen wunderschönen braunen Augen vor uns steht, während wir so gern schon in der warmen Wanne sitzen würden.

Die Anhänglichkeit dieser Rasse ist grenzenlos. Wenn ich mich hinter Sträuchern versteckt halte und meine Weißen beobachte, wie sie meine Fährte suchen und schließlich schwanzwedelnd auf mich zustürmen, löst das in mir Gefühle aus, die ich niemals erahnt hätte. 

Besucher, die vorher noch nie bei uns zu Hause waren, werden vorsichtig an der Hand berührt. Sobald diese aber auch nur andeutungsweise die Hand heben um zu streicheln, ist es um jede schwarze Hose geschehen. Ist diese Hand aber nicht in der Nähe der Hunde, wird die Person respektvoll behandelt, liegen sie aber trotzdem bereit, sobald wir am Tisch sitzen.

Wer noch nie den Willkommenstanz einer Hündin erlebt hat, den lade ich gern zu uns ein: Ihre Lieblinge werden willkommen geheißen in einem Freudentanz mit „Gesang“, der dann im ganzen Haus erschallt. Unglaublich, selbst dann, wenn die Besucher die Wohnung gerade mal für 10 min. verlassen haben und dann wiederkehren.

Die Weißen leben mit uns gemeinsam in der Wohnung und es ist köstlich, wenn sich ihr eingebauter Bewegungsmelder anzuschalten scheint, sobald auch nur ein Schlüssel in der Wohnungstür umgedreht wird. Selbst in der oberen Etage liegend und ich noch denke, dass sie tief und fest schlafen, eilen sie blitzschnell herbei, um ja den Anschluss nicht zu verpassen (Spaziergang?). Wenn ich ihnen aber leise zuraune: „Wir gehen dann später Gassi“, lässt sie sich auf den Boden plumpsen und grunzen. Oft tut es mir richtig leid, wenn ich aufstehe und sie mir in die Küche folgen, obwohl ich gleich darauf die selbige wieder verlasse. Aber sie hatten doch gerade noch geschlafen, oder etwa nicht? Mit dem Weißen Schäferhund schafft man sich einen Schatten an, der Türen auch nach innen öffnen kann.

Weiße Schäferhunde benötigen für ein glückliches, ausgelastetes Leben Rudelanschluss. Sie brauchen die menschliche Nähe für ihr Wohlbefinden. Das ist wissenschaftlich erwiesen und keine „Gefühlsduselei“ und auch keine vermenschelte Interpretation.  Die Wesen die wir in unsere Obhut nehmen, egal ob gekauft oder aufgenommen, sind uns ausgeliefert.

Egal ob Katze, Meerschwein, Fisch…. oder eben Hunde. Sie können sich nicht wehren, ob wir schlechte Launen an ihnen auslassen, wir bestimmen, wo es heute entlang zum Gassi geht, was wir ihnen zum Essen vorsetzen. Es liegt an uns, ob es ihnen gut geht. Wir haben Verantwortung für sie übernommen und sollten ihr gerecht werden. Es gibt ca. 300 Hunderassen: Himmelsstürmer und Sesselhocker, Egal-bei-welchem-Wetter-Rausgeher und Schönwetterverliebte, Zurückhaltende und Wilde. Diese Eigenschaften wurden ihnen angezüchtet.

Warum vom Züchter kaufen?